Von Soja- bis Nussdrink: die häufigsten pflanzlichen Milchalternativen

Die einen vertragen Tiermilch nicht, die anderen mögen sie nicht oder leben vegan und wieder andere finden Pflanzendrinks ganz lecker. Wer jedoch am Anfang seiner „milchalternativen Reise“ steht, für den heißt es meist: sich durch das mittlerweile immense Angebot durchzuprobieren.

 

Schon gewusst?
Bis 2017 hieß der Sojadrink noch Sojamilch. Dann entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg, dass der Begriff „Milch“ nur dann verwendet werden darf, wenn die „Milch“ aus der „normalen Eutersekretion“ von Tieren gewonnen wurde. Mit einer Ausnahme: der Kokosmilch! Das fein vermahlene Fruchtfleisch der Kokosnuss durfte trotz eindeutiger Nicht-Herkunft aus dem Euter seinen Namen behalten. Warum? Das weiß wohl nur die europäische Kommission. 

 

Die Herstellung
Die meisten Pflanzendrinks haben eine recht übersichtliche Zutatenliste: Hülsenfrüchte, Getreide oder Nüsse, Wasser, manchmal Öl, Süßungsmittel und Salz. Die Hauptzutat des jeweiligen Drinks (zum Beispiel Hafer) wird gewässert oder eingeweicht und feucht oder trocken vermahlen und dann gekocht. Anschließend wird das Ganze fermentiert (dabei wandelt sich die enthaltene Stärke in Zucker um, weshalb Getreidedrinks auch leicht süß schmecken) und filtriert. Was dabei rauskommt, ist allerdings eine relativ klare Flüssigkeit, die wenig an Milch erinnert. Daher wird die Flüssigkeit mit Öl emulgiert und zur geschmacklichen Abrundung mit Salz und manchmal auch noch mit Süßungsmitteln versetzt.

 

Sechs beliebte Pflanzendrinks für Erst-Probierer und Bereits-Fans 
 

  • Sojadrink
    Es gibt ihn pur, mit Vanille-, Bananen- oder Schokogeschmack, gemischt mit Kokosmilch oder Hafer, gesüßt, ungesüßt, mit Calcium und sogar in der Light-Version mit weniger Fett … Der Klassiker unter den Pflanzendrinks kann mit dem Eiweißgehalt in Kuhmilch fast mithalten, lässt sich gut aufschäumen (es gibt sogar eine spezielle „Barista“-Variante, die noch cremiger wird) und auch zum Backen und Kochen verwenden. Der Geschmack variiert von Sorte bis Hersteller.

Übrigens: Eine Studie der kanadischen McGill University aus dem Jahr 2018 hat die Nährwerte von vier beliebten Pflanzendrinks (Mandel-, Soja-, Reis- und Kokosdrink) mit denen der Kuhmilch verglichen: Der Sojadrink war der klare Gewinner.

 

  • Haferdrink
    Der recht sättigende Pflanzendrink aus Hafer hat im Vergleich zum Sojadrink ein paar mehr Kalorien und weniger Nährstoffe (die gehen leider bei der Herstellung verloren). Er schmeckt – wie alle (Pseudo-)Getreidedrinks – süßlich, passt (auch weil er wegen seiner Konsistenz und Cremigkeit der Milch ähnelt) in Kaffee und als Haube auf Cappuccino („Barista“-Edition!), aber auch in Müsli und Porridge und eignet sich zum Kochen und Backen. Es gibt ihn wie Sojadrinks gesüßt und ungesüßt.

Tipp: Leidest Du unter einer Glutenintoleranz, findest Du alternativ zum Haferdrink auch glutenfreie Drinks aus Hirse, Buchweizen, Amarant, Quinoa oder Reis.

 

  • Reisdrink
    Bei einer Glutenintoleranz und bei einer Allergie gegenüber Milcheiweiß (Laktose), Soja oder Nüssen ist der etwas „wässrige“ Reisdrink eine gute Alternative. Wie alle Getreidedrinks liefert er zwar Kohlenhydrate, aber wenige Nährstoffe; diese werden dem Drink daher oft zugesetzt (zum Beispiel Kalzium). Für geschmackliche Abwechslung sorgen Reisdrinks mit Vanillegeschmack, Reisdrinks mit Kokos und sogar Drinks aus schwarzem Reis. Manko: Aufschäumen lässt sich der Drink leider nicht. Aber schon mal Milchreis damit zubereitet? Yummy!

 

  • Nussdrink
    Cashew-, Haselnuss- und Macadamiadrinks schmecken cremig-mild, haben einen feinen Eigengeschmack und passen (am besten gut gekühlt) in Kaffee und in Süßspeisen. Kochen und Backen funktioniert damit auch. Da diese Drinks allerdings relativ teuer sind, kannst Du beim Kochen und Backen getrost auf andere pflanzliche Alternativen ausweichen. Auch Nussdrinks gibt es in ungesüßten und gesüßten Varianten, je nach Nusssorte liegt der Fettgehalt zwischen 1 und 3 g/100 ml, ist also vergleichbar mit Milch. Nicht alle Sorten lassen sich gut aufschäumen. Daher testen und testen …

 

  • Mandeldrink
    Sein Markenzeichen: zarter Marzipangeschmack (aber auch der variiert je nach Hersteller). Mandeldrinks gibt es gesüßt, ungesüßt, aus gerösteten (mit einem herben Aroma) und ungerösteten (etwas milder und cremiger) Mandeln, mit Vanillegeschmack und gemixt, zum Beispiel mit Hafer- oder Reisdrink. Das Aufschäumen klappt mit etwas gutem Willen und Geduld. Die im Mandeldrink enthaltenen einfachen ungesättigten Fettsäuren können Dir dabei helfen – so die Studie der McGill University –, Dein Gewicht zu kontrollieren. Also gleich mal einen Kaffee mit einem Schuss Mandeldrink genießen …

 

  • Kokosdrink
    Nicht zu verwechseln mit Kokosmilch (hergestellt aus Wasser und dem gepressten Kokosnussfruchtfleisch) und Kokoswasser (die Flüssigkeit, die sich im Inneren der Kokosnuss befindet). Der exotische und ebenso leicht süßliche Geschmack des Kokosdrinks (die Drinks enthalten meist weniger als 10 Prozent Kokosmilch und Kokosfruchtfleisch) passen gut in Müslis oder Desserts, weniger in Kaffee oder Tee. Sie sind ungesüßt erhältlich, manchmal mit Kalzium und Vitaminen (B12, D) und Reisdrink gemischt.

 

Du siehst, die Auswahl an „Milchersatzprodukten“ ist riesig und wächst stetig weiter. Wer also aus gesundheitlichen Gründen auf Milch verzichten muss, findet eine gute Alternative. Und alle anderen haben sicher Spaß daran, Abwechslung auf den Cappuccino oder ins Müsli zu bringen.