So kommst Du dem Heißhunger zuvor

Ganz schön verführerisch, dieser kleine Kerl. Er pirscht sich meist auf leisen Sohlen ein bis zwei Stunden vor dem Mittagessen an und erinnert Dich daran, dass genau jetzt Zeit wäre für einen süßen Snack. Und schon greifst Du in Schublade, Tasche oder Handschuhfach und schnappst Dir ein Stück Schokolade, einen zuckrigen Müsliriegel, einen Keks. Schließlich möchtest Du den kleinen Hunger nicht enttäuschen. Und kaum sinkt Dein Blutzuckerspiegel wieder ab (was leider bei kohlenhydrat- sprich: zuckerhaltigen Snacks sehr schnell geht), klopft der Heißhunger schon wieder an. Und so wimmelst Du ihn erfolgreich ab …

 

Fünf gesunde Heißhungerbremsen
 

  1. Wasser: So langweilig das klingt, es hilft. Eine Studie der Virginia-Tech-Universität konnte es beweisen. Brenda Davy teilte 48 Probanden in zwei Gruppen ein. Die Diät-Teilnehmer der einen Gruppe tranken vor jedem Essen zwei Gläser Wasser (à 250 ml) – und brachten nach zwölf Wochen jeweils rund zwei Kilo weniger auf die Waage. Wasser füllt den Magen und beschleunigt das Sättigungsgefühl. 

Wasser pimpen: Damit Dein Wasser nicht ganz so fad schmeckt, pepp es doch mal auf: mit tiefgekühlten Himbeeren oder Kirschen, Ingwerscheiben, Minze, Basilikum, Zitrone, Orange … Am besten schon morgens vorbereiten und Karaffe auf den Schreibtisch stellen oder „Flavoured Water“ in einer Glasflasche mitnehmen.

 

  1. Bitterstoffe: Zum Frühstück ein Vollkornbrot, belegt mit Harzer Käse (in 100 g Käse steckt nur etwa 1 g Fett) und Rucola, Endivie, Chicorée oder Radicchio – und dazu löffelst Du eine halbe Grapefruit aus. Der bittere Geschmack aktiviert nicht nur Deinen Stoffwechsel, sondern bremst auch den Heißhunger auf Süßes aus. 

Notfalltipp: In der Apotheke gibt es Bitterstoffkonzentrate, die zum Beispiel aus Enzianwurzel, Kurkuma, Ingwer, Zimt, Kardamom und Artischocke bestehen. Ein paar Tropfen davon auf die Zunge und die Lust auf Süßes ist erst mal gestoppt. 

 

  1. Mandeln: Wissenschaftler der Purdue University in Indiana haben herausgefunden, dass Mandeln mit ihren wertvollen Antioxidantien, Vitamin E und Magnesium dafür sorgen, dass man weniger Hunger hat. Zwar hat eine Handvoll Mandeln (etwa 30 g) rund 160 Kalorien, doch nur ca. 130 davon kann unser Körper verwerten. Der Grund dafür ist vermutlich die Stabilität der Mandelzellenwände, die die Nährstoffe einkapseln und sie daher für unsere Verdauung unzugänglich machen. Mehr als 60 g Mandeln pro Tag zum Zwischendurch-Knabbern sind allerdings genug.

 

  1. Haferflocken sind ja schon lange auf den Speisekarten von vielen (Frühstücks-)Cafés angekommen und erobern als Porridge und Overnight Oats die Herzen nicht nur von Gesundheitsjüngern. Zu Recht! Denn das von Natur aus glutenfreie Getreide (manchmal gelangt allerdings durch den Herstellungsprozess Gluten mit hinein) enthält viel Eiweiß, Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe, macht lange satt – und schützt damit vor Heißhungerattacken. Porridge kannst Du außerdem einfach und schnell zu Hause vorbereiten und mitnehmen. 

Porridge to go: Für 1 Portion etwa 75 ml Milch oder Wasser aufkochen, ca. 35 g Haferflocken zugeben und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Mit Zimt (reguliert ebenfalls den Blutzuckerspiegel) und eventuell ungesüßtem Apfelmark mischen und mit 1 Banane in Scheiben und/oder frischen Beeren toppen.

 

  1. Eier: Galten Eier lange als Mitverursacher von erhöhten Cholesterinspiegeln, ist das Frühstücksei mit seinen vielen Vitaminen und seinem hochwertigen Eiweiß längst rehabilitiert. Im Gegenteil: Als Heißhungerbremse punkten vor allem hart gekochte Eier. Studien belegten, dass Eier das Völlegefühl erhöhen und dafür sorgen, dass man bei der nächsten Mahlzeit weniger isst. Ein bis zwei hart gekochte Eier (gerade in der Osterzeit perfekt!) mitnehmen, Lieblingskräuter drüberstreuen und gesund genießen!

 

Und manchmal – da darf es ruhig auch ein Stück Schokolade oder ein Stück selbst gebackener (Geburtstags-)Kuchen der Kollegin sein. Schmeckt halt einfach zu gut!