Herbstblues, Winterblues, depressive Verstimmung – „schlechte Laune“ kann viele Namen haben. Wir sagen, was Deine gute Laune wieder fördert.

I got the Herbstblues

Wer den Sommer liebt, wird schon etwas schwermütig, wenn die Tage kürzer werden und wir langsam die dicken Pullis und Schals wieder hervorholen. Da können sich die Blätter an den Bäumen noch so schön bunt verfärben und in der Sonne leuchten. Im Herbst haben viele Menschen mit Stimmungstiefs zu kämpfen und es braucht schon eine große Portion Elan, um aus dem Herbstloch wieder aus eigener Kraft hervorzukrabbeln.


Woher kommt der Herbstblues?

Vorneweg: Tiefs gehören zum Leben dazu, denn ohne Tiefs keine Hochs. Und das wäre doch richtig schade, oder? Warum wir uns aber besonders in der Herbst-Winter-Zeit trauriger und oft verlorener fühlen, liegt zum einen am mangelnden Tageslicht und zum anderen auch daran, dass wir häufig zu wenig an die frische Luft gehen. Je kürzer die Tage, desto weniger Tageslicht bekommen wir ab und desto mehr Melatonin wird in der Zirbeldrüse gebildet. (Die Zirbeldrüse ist ein zapfenartiges Organ, das in unserem Mittelhirn liegt und auf Hell-Dunkel-Reize reagiert. Sie bildet aus Serotonin das Schlafhormon Melatonin und gibt das Hormon in Blut und Gehirnwasser ab; so steuert die Drüse unsere innere Uhr und reguliert unseren Schlaf. Ist es also generell draußen dunkler, wird vermehrt Melatonin gebildet, wir werden müde, träge und oft eben auch traurig. In der Psychologie nennt man das SAD (Seasonal Affective Disorder oder auf Deutsch: Saisonal abhängige Depression), was nicht nur im Herbst/Winter, sondern auch im Frühjahr beobachtet werden kann, im Frühjahr aber deutlich seltener. Werden die Tage im Gegenzug wieder länger, nimmt die Melatoninkonzentration ab und die Serotoninproduktion (das „Glückshormon“) wird angekurbelt. Zudem haben kanadische Wissenschaftler der Universität Toronto herausgefunden, dass in unserem Gehirn ein Eiweißbaustein stetig damit beschäftigt ist, Serotonin aus unserem Gehirn herauszutransportieren: im Sommer wenig, aber im Winter dafür in größeren Mengen, sodass das Melatonin erst recht die Oberhand gewinnen kann – und damit unsere schlechte Laune.
 

Mögliche Herbstblues-„Symptome“

Wer den Blues hat, unterliegt oft verschiedenen Stimmungsschwankungen. Die unten aufgeführten „Symptome“ sind nur ein Auszug und können auch in anderen Situationen auftreten. Hast Du also mal eine Zeitlang keine Lust, unter Menschen zu gehen, und schläfst viel, deutet das nicht gleich auf eine depressive Verstimmung hin. Wer zum Beispiel gerade viel Stress bei der Arbeit hat, weil Projekte sich häufen und Abgabetermine näherrücken, oder wer gerade Streitigkeiten mit dem Partner bzw. der Partnerin oder innerhalb der Familie hat, kann schon auch mal in eine negative Stimmung geraten, launenhaft und traurig werden. Dennoch kannst Du Dich ein bisschen an den „Symptomen“ orientieren, um herauszubekommen, ob Dich der Herbstblues gepackt hat.

  • Interessenlosigkeit
  • Mutlosigkeit
  • Gesteigertes Schlafbedürfnis
  • Heißhungerattacken
  • Launenhaftigkeit
  • Keine Lust auf soziale Kontakte
  • Zukunftsangst
  • Unentschlossenheit
  • Muskelverspannungen
  • Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen


Herbstblues oder Depression?

Häufen sich die Symptome oder halten sie mehrere Wochen ohne Lichtblicke an, solltest Du wachsam sein, bei Dir selbst und auch, wenn Du es bei anderen beobachtest. Es ist nicht so leicht, eine depressive Verstimmung von einer Depression zu unterscheiden; oft kann das nur ein Arzt oder eine Ärztin wirklich erkennen. Generell ist ein Herbstblues nur vorübergehend und es kommen dazwischen immer wieder „gute Tage“, an denen Du Dich mit Deinen Freunden triffst, ihr ins Kino geht oder Du Deinen Hobbys nachgehst. Fällt es Dir aber zunehmend schwer, Deinen ganz normalen Alltag zu bewältigen, also aufzustehen, Deine Wohnung in Ordnung zu halten oder zur Arbeit zu gehen, könnte sich eine Depression anbahnen und Du solltest Dir Hilfe suchen. Ganz allmählich rückt das Thema Depression ja glücklicherweise in das Licht der Öffentlichkeit und man sieht, wie viele Menschen darunter leiden. Eine Depression ist übrigens eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte Erkrankung und absolut kein Grund, sich zu verstecken. Im Gegenteil: Es ist ein wichtiger erster Schritt zu erkennen, dass Dir etwas fehlt, und Dir entsprechend Hilfe zu holen.

 

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Tipps gegen den Herbstblues

Dass Dir die Dunkelheit, die kälteren Temperaturen und auch das schlechte Wetter gerade zu Beginn der Jahreszeit aufs Gemüt schlagen, ist völlig normal. Nur andauern sollte diese Stimmung eben nicht. Daher: Ändere doch mal die Perspektive und sieh das Positive an Herbst und Winter. Du kannst Dich nun mit gutem Gewissen auf Dein Sofa kuscheln und endlich das Buch lesen, für das Du vor lauter Sommeraktivitäten keine Zeit hattest. Es ist endlich wieder Saunazeit! Kochabende mit Freunden machen nun richtig Spaß, denn der Ofen ist jetzt keine zusätzliche schweißtreibende Quelle mehr. Und die besten Kinofilme kommen jetzt in die Kinos! Es gibt so viele Dinge, die Du anstellen kannst, um aus Deinem Blues einen wunderschönen rosaroten Tag zu machen.